Risiken des Brexits: Checkliste für kleine Unternehmen

Für Kleinunternehmer ist der Brexit nicht nur eine politische Frage: es geht vornehmlich darum, möglichst pragmatisch, für eine gänzlich neue Veränderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen unsere Geschäftsweise und unser Marktumfeld zu planen. Um den Brexit zu meistern geht es vor allem darum, sich über die einhergehenden, neuen Bedingungen gänzlich bewusst zu sein und diese entsprechend zu planen. Zweitens geht es darum, Ihr Unternehmen so zu positionieren, dass es die Chancen nutzen kann, die sich für diejenigen ergeben, welche die Unsicherheit und den wahrscheinlichen Abschwung überwinden, wenn das Vertrauen der Unternehmen und der Verbraucher zurückkehrt.

Der Brexit ist besonders für kleine Unternehmen riskant, denen die für große Unternehmen verfügbaren Ressourcen und Berater fehlen. Laut einer Umfrage der Federation of Small Business (FBS) von 1.300 britischen KMU war nur jedes Siebente auf einen No-Deal-Brexit vorbereitet, dem Großteil fehlt jegliche Brexit-Planung. Durch die wirtschaftliche Verflechtung der internationalen Märkte kann die richtige Brexit-Planung Ihres Unternehmens einen großen Einfluss auf die Gewinne, das Wachstumspotenzial und die Art und Stärke der Wettbewerber haben. Im Folgenden untersuchen wir vier Hauptrisiken, auf die KMUs insbesondere achten sollten:

1. Warenbewegung

Ein Hauptrisiko, das durch ein No-Deal-Szenario verstärkt (aber keineswegs ausschließlich) wird, sind die Zölle auf exportierte Waren, die am 29. März 2019 ab 23:00 Uhr erhoben werden. Dies macht ein Mapping der Lieferkette unabdinglich. Sie müssen wissen, woher Ihre Importe kommen, wohin Ihre Exporte gehen und unter welche Produktkategorie sie fallen. Selbst wenn Sie dazu bereit sind, sind Ihre Lieferanten möglicherweise nicht in der Lage diese gänzlich zu identifizieren. Eine ganzheitliche Risikobewertung Ihrer gesamten Lieferkette erfordert wahrscheinlich umfangreiche Analysen.

Darüber hinaus gibt es womöglich zahlreiche und komplexe Änderungen in der Verwaltung von Zollanmeldungen. Dies kann etwas völlig Neues sein, wenn Ihr Unternehmen derzeit nur mit der EU handelt. Selbst wenn ein Freihandelsabkommen unterzeichnet wird, gelten möglicherweise noch Zollabfertigungen, um den Ursprung des Vereinigten Königreichs zu belegen. Nach Schätzungen des HMRC wird die Zahl der Zollanmeldungen nach dem Brexit jährlich von 55 auf 255 Mio. ansteigen. Dies kann besonders komplex sein, wenn Sie nicht über den Status eines „zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten“ verfügen (was die meisten britischen KMU nicht tun): Die EU benötigt acht Exemplare jeder Zollanmeldung.

Die Regierung hat Exporteuren und Importeuren empfohlen, sich für eine britische EORI-Nummer zu registrieren und sich für Brexit-E-Mail-Benachrichtigungen zu registrieren.

2. Vorausplanung mit Bargeld und Aktien

Größere Komplexitäten im Handel – insbesondere potenzielle Probleme in der Lieferkette – mögen implizieren, dass Unternehmen mehr Bargeldbestände und Vorräte an Aktien halten müssen. Natürlich besteht auch die Möglichkeit eines reduzierten Handelsvolumens mit europäischen Märkten, insbesondere auf kurze Sicht. Die europäischen Unternehmen könnten den komparativen Vorteil des Handels mit britischen Unternehmen als vermindert betrachten.

Eine negative Wahrnehmung aus Europa kann auch das Vertrauen der Anleger beeinträchtigen, unter anderem, weil Fragen der Passrechte für Finanzdienstleistungen kompliziert sein oder möglicherweise zurückgezogen werden könnten.

3. Produkt und Dienstleistungen sowie technische Compliance und Verträge

Unternehmen, die mit technischen Produkten handeln, ist zu empfehlen ihre Spezifikationen auf den neuesten Stand bringen um den komplexen Vorschriften der EU zu entsprechen. Vertragliche Vereinbarungen können sich ebenfalls ändern, wenn der Handel über EU-Grenzen hinausgeht. Insbesondere müssen die Verträge den internationalen Servicebedingungen entsprechen. Bestehende durch EU-Recht verankerte geistige Eigentumsrechte sind möglicherweise nicht mehr gültig und erfordern eine Neuausstellung.

4. Arbeitskräfte

In den letzten Jahren sind britische Unternehmen zunehmend von Arbeitnehmern in der EU abhängig geworden. Zwar ist es unwahrscheinlich, dass in der EU arbeitenden EU-Bürgern kein Aufenthalt gewährt wird, doch die eigentlichen Probleme für die Unternehmen werden wahrscheinlich erst dann beginnen, wenn sie neue Arbeitnehmer brauchen. Die Komplexität der Einstellung nach dem Brexit wird, obwohl die Details noch unbekannt sind, unvermeidlich stark ansteigen und auch im Falle eines „weicheren“ Brexit bürokratischer werden.

Die Auswirkungen hiervon werden am stärksten bei expandierenden und insbesondere kleinen Unternehmen spürbar sein, bei denen jeder einzelne Arbeitnehmer eine große Rolle spielt. Jedes fünfte kleine Unternehmen beschäftigt derzeit einen EU-Bürger.

Vorbereitung und TPS: eine zweite Verteidigungslinie

Die angemessene Vorbereitung auf den Brexit zur Minderung dieser Risiken ist komplex. Für große Unternehmen mit Zugriff auf Prognosen, Berater und Lobbying-Macht womöglich weniger – aber für kleine Unternehmen viel schwieriger. Während die Aufstellung eines Plans für die oben genannten Risiken sinnvoll ist, bietet TPS Ihnen eine automatische zweite Verteidigungslinie, die – was immer auch passiert – das Endergebnis schützt: Ihre Gewinne. Es kann Ihnen helfen, die Unsicherheiten auszuräumen und folglich von dem Aufschwung zu profitieren, sobald der Markt und die Geschäftswelt die Auswirkungen des Brexits absorbiert haben. Alle Unternehmen hoffen auf das Beste, aber TPS bereitet Sie effizient und kostengünstig auf das Schlimmste und eine Post-Brexit-Wirtschaft vor.

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